Die Gärtnerei im Juni

Juni ist der Monat mit dem schnellsten Wachstum im Gemüsegarten. Doch auch das Beikraut wächst schnell und wir hacken unsere Beete regelmäßig, besonders nach einem Regen. Die ersten Tomaten, Zucchini und Auberginen werden reif und es regnet diese Saison ausreichend. Im Juni fangen wir auch an den Wintergarten zu pflanzen. Wir pflanzen Rotkohl, Grünkohl, Lagerkohlrabi und säen Lagermöhren aus für die Gemüseversorgung ab Oktober.

Knoblauch Ernte

Anfang Juni kann der Knoblauch geerntet werden und der Regen kam genau richtig um die Knollen gut aus der Erde ziehen zu können. Der Knoblauch wird im Oktober gesteckt und überwintert dann auf den Beeten. So waren die Pflanzen 9 Monate in der Erde! Wir bauen die beiden Sorten Garpeck und Thermidrome an. Das gemeinsame ernten und dann auch das aufhängen zum trocknen hat Spaß gemacht. Vielen Dank an alle die geholfen haben.

Anja und Melanie ernten Knoblauch. Die gemeinsame Knoblauch ernte hat Spaß gemacht. Rechts wächst Knollensellerie, der ab Oktober geerntet werden kann.
Das Auto voller Knoblauch.
Der Knoblauch trocknet für etwa drei Wochen und wird dann im Herbst verteilt. Wir halten etwa 25 Kg zurück, um wieder neuen Knoblauch im Oktober stecken zu können.

Sommergemüse

Wir pflegen unsere Tomatenpflanzen wöchentlich. Hier sieht man die reifenden Rispen unserer Cherry -Tomaten, nachdem wir sie entblättert haben. Das entblättern bewirkt eine gute Durchlüftung des Bestandes, und eine schnellere Reife, da so mehr Sonne auf die Früchte scheint. Auch die Ernte ist nach dem Entblättern schnell und einfach.
Im Juni beginnt die Tomaten Saison. Besonders früh sind die Fleischtomatensorten Ochsenherz und Sonnenherz.
Wir bauen dieses Jahr vier verschiedene Sorten Zwiebeln auf dem Acker am Hammelsbrunnen an: Gemüsezwiebeln, Regensburger, rote Zwiebeln und Schalotten. Zwischen die Reihen säen wir Karotten, dies soll der schädlichen Zwiebelfliege vorbeugen. Wir sind gespannt auf die ernte ab ende Juli.
Wühlmäuse richten diese Saison größeren Schaden an. Besonders gerne essen die kleinen Nager wohl gelbe Bete!

Bis bald und alles Liebe,

Felix

Die Gärtnerei im Mai

Die Sommerkulturen

Zum Plenum am 28.05. gab es schon die ersten Cocktailtomaten zum probieren und die erste Verteilung lässt nicht mehr lange auf sich warten!

Die Tomaten wachsen im Juni sehr schnell und wir pflegen sie jede Woche.

Die Paprika- und Auberginenpflanzen sind gut angewachsen und es sind schon kleine grüne Paprikas uns Mini-Auberginen zu sehen. Die Auberginen werden regelmäßig über Kopf bewässert, denn Spinnmilben mögen zwar Auberginen, aber keine Feuchtigkeit.

Die Gurken sehen prächtig aus. Die ersten Spinnmilben sind zwar zu sehen und saugen den Blattsaft aus den Blättern – zu sehen als gelbe Punkte auf den Blättern, aber die ausgebrachten Raubmilben halten sie hoffentlich noch ein wenig in Schach, so dass es weiterhin so viele Gurken pro Anteil geben kann.

Das Bodenleben

Kompost wird von unzähligen Kleinstlebewesen hergestellt. Bakterien, Pilze, Nematoden, Regenwürmer alle zusammen verdauen sie das organische Material, was auf unseren Haufen landet. Für richtig gute Erde muss Kompost regelmäßig umgesetzt werden. Alex und Uli haben den alten Kompost verteilt und einen Teil gewendet und zu neuen Haufen aufgeschüttet. Nun ist es bei den steigenden Temperaturen wichtig den Kompost feucht zu halten, damit all die winzigen Helfer gut arbeiten können.

Und sonst?

Der erste Brokkoli konnte geerntet werden. Die Blüten der samenfesten Sorten werden , im Gegensatz zu der Bio-Hybrid-Sorte, zwar ungleichmäßiger Reif, sonst sind wir aber sehr zufrieden.

Beim Grundstück Pfrang hat Johannes – der seit ein paar Wochen – freiwillig mithilft – Büsche und Brombeeren entfernt und gemäht. Auf dem Streifen mit den Pfirsichbäumen können wir nun neue Beete anlegen. Angedacht ist eine blühende Kräuterhecke und ein Blühstreifen für Insekten. Rhabarber könnte dort sicherlich auch gut wachsen.

Die Zwiebeln am Hammelsbrunnen leiden etwas unter Nematoden, auch Stängelälchen oder Fadenwürmer genannt. Sie sind mikroskopisch klein. Während manche Nematoden als Nützlinge eingesetzt werden um z.B. einen Pilzbefall zu verringern, frisst sich das Stängelälchen durch die Wände der Zellen und bewirkt Verdrehungen des Stängels. Schlussendlich kann es zum faulen der Zwiebeln kommen. Was kann man dagegen tun? Empfohlen wird: eine lange Pause einhalten, bevor wieder Zwiebeln angebaut werden und in dieser Zeit auch keinen Sellerie oder Hülsenfrüchte anbauen und “Unkraut” entfernen. Ringelblumen und Tagestes werden als Mischkultur empfohlen. Rund um die Zwiebelfläche ist der im Frühjahr ausgesäte Blühstreifen wunderbar aufgegangen, hoffentlich hilt dieser ausreichend Nützlinge anzuziehen.

Diesen neuen Garten bewirtschaften wir erst seit einer Saison und hier ist dieses Frühjahr jede Menge passiert. Melanie hackt hier Unkraut.
Anfang Mai ernten wir junge rote Bete aus dem Gewächshaus. Die jungen Knollen können Roh oder gekocht gegessen werden. Auch die Blätter und Stengel sind essbar!

Frostschaden im Mai

Diese Saison hatten wir viele Frostschäden. Erst früh im Jahr und jetzt auch durch die Eisheiligen mitte Mai. Unsere Kürbisse und Paprika wurden beschädigt und wir pflanzen erneut. Vielen der Pflanzen wachsen im warmen Wetter der darauffolgenden Tage wieder weiter.

Frostschaden durch die Eisheiligen.
Wir schützen unsere Tomaten vor dem kommenden Frost mit Vlies das wir auf die Drähte ziehen.
Der Knoblauch taut langsam in der Morgensonne auf.

Alles Liebe von uns GärtnerInnen und bis bald.

Neues vom Obst

In der Blütezeit hatten wir noch einmal einen Kälteeinbruch in Weinheim gehabt, in dem es auch zu Nachtfrost gekommen ist. Leider macht sich dieses nun bei den Äpfeln bemerkbar. Hier haben wir fast keine Fruchtansätze. Wir werden also, bis auf eine frühe Sorte die es besser überstanden hat, im Herbst wohl fast keine Äpfel ernten können.

Besser sieht es aber bei den Pflaumen, Birnen und Kirschen aus. Der Frost hat hier wohl die Blüte nicht zerstört bzw. sie war schon befruchtet. Die Fruchtansätze sind mittlerweile gut entwickelt und die Menge ist jetzt schon gut zu erkennen.

KirschenQuelle: Jörg Steinbrenner | All Rights Reserved
Kirschen sind schon gut entwickelt
Quelle: Jörg Steinbrenner | CC BY 3.0 Unported
Fruchtansätze der Birne

Seit Anfang Mai sind auf unserer Streuobstwiese auch wieder die Schafe von Sylvia. Diese haben das mittlerweile kniehohe Gras abgefressen und sorgen damit für eine leichtere Kirschernte. Gut zu erkennen sind die Lämmer an dem rotbraunen Fell. Bei dem Coburger Fuchsschaf haben die erwachsenen Schafe eine helle Wolle, aber am Kopf und den Beinen bleibt die rotbraune Färbung bestehen.

Kirschen
Schafe auf dem ObstgrundstückQuelle: Jörg Steinbrenner
Schafe auf dem Obstgrundstück

Demnächst werden wir noch ein Insektenhotel aufstellen und zwei Zwetschgen Bäume pflanzen.

Die Gärtnerei im April 2020

Gewächshausanbau von Tomaten und Gurken

Im April räumen wir die Wintersalate, Karotten und Mairübchen aus den Gewächshäusern und pflanzen Tomaten, Gurken, Paprika und Auberginen. Durch das warme und sonnige Wetter (es regnet für 5 Wochen garnicht…) wachsen diese wärmeliebenden Kulturen gut an. Doch auch die Schadinsekten, und vor allem Kohlschädlinge wie Erdflöhe und Kohlfliegen, vermehren sich unter den warmen und trockenen Bedingungen schnell und richten bei unseren Mairüben und dem Kohlrabi großen Schaden an.

Wir pflanzen etwa 800 Tomaten in die Gewächshäuser der alten Stadtgärtnerei. Das sind etwas mehr als 10 Pflanzen pro Anteil. Neben 6 Hauptsorten gibt es eine Experimente-Reihe mit unzählig vielen verschiedenen bunten Tomaten Sorten die wir von Ursel erhalten haben. So sind es über 20 verschiedene Sorten – von 10.000 Sorten weltweit.

Wir pflanzen im April die Tomaten und erwarten die ersten Tomaten im Juni.
Alex und Melanie pflanzen Anfang April die Salatgurken ins Gewächshaus. Diese wärmeliebende und schnellwachsende Kultur ist über eine großzügige Gabe Kompost dankbar. Hier verwenden wir unseren eignen Gartenkompost. Die ersten Gurken können Ende Mai geerntet werden. Wir bringen Ende April die nützlichen Raubmilben aus, um einen zu starken Befall der schädlichen Spinnmilben zu verhindern. Im Gegensatz zu Tomaten, werden Gurken gerne von oben beregnet und wachsen gut bei hoher Luftfeuchtigkeit.

Gemüse im April

Im April gibt es die ersten Radieschen, Mairüben, Kopfsalate, Knoblauch, Kohlrabi und viel grünes Gemüse wie Mangold und Spinat.

Wir experimentieren das erste mal mit einer kleinen Menge überwinterter Karotten und es war ein Erfolg. Wir müssen die Karotten früh ernten, da wir den Platz im Gewächshaus für unsere Paprika brauchen. Dieses Jahr wollen wir versuchen eine größere Menge Karotten im Freiland zu überwintern.

Diese Karotten wurden Ende Oktober ausgesät und überwintert. So können sie im April geerntet werden.
Anja bündelt Mangold. Dieses grüne Blattgemüse wird im September in den Tunnel gepflanzt und produziert dann im April schöne große Blätter wenn nicht viele andere Gemüsesorten wachsen.
Der junge und grüne Knoblauch kann komplett verwendet werden und wir bündeln die mild nach Knoblauch riechenden Stangen zusammen.
Ende April können wir es im Folientunnel schon erahnen und freuen uns auf den Duft von Erdbeeren, der den ganzen Abholraum erfüllt. Anfang Mai ist es so weit, die erste große Ernte kann verteilt werden.
Ursel und Silke helfen seit mehr als zwei Jahren jeden Mittwoch in der Gärtnerei und pflanzen hier Knollensellerie am Acker am Hammelsbrunnen. Links steht unser Knoblauch der Anfang Juni geerntet und getrocknet wird.
Renate sät jeden Dienstag viele Anzuchtschalen aus. Danke Renate. Hier stehen die Kürbis-Sorten “Red-Kuri“ und “Butternut“ bereit zum pflanzen.

Die neuen Gärten am Münzacker

Im ersten Jahr: Kürbis. Nach dem ersten Frühjahsregen pflanzen wir dort, wo Wasser auf der Folie steht. Die Kürbisse wachsen dank des feuchten Bodens unter der Plane und der Wärme, die über die Nacht gespeichert wird, gut an.

Kaum sichtbar im Bild – und doch so wertvoll: Ein Sprenger! Wir können nun auch hier bewässern!

Wir pflanzen Kürbisse in eine Silo-Folie ohne den Boden zu bearbeiten und bereiten so gleichzeitig den Boden für die nächste Saison vor.

Die Gärtnerei im März 2020

Für uns Gärtner und Gärtnerinnen ist das anbauen von Gemüse für uns und eine Gemeinschaft ein wichtiger Teil unseres Lebens. Gerade in solchen schweren Zeiten in denen viel Angst da ist, ist es wichtig zu wissen: gesunde und nahrhafte Lebensmittel werden hier direkt bei uns angebaut. Die Anzuchttische in der Gärtnerei sind im März voller Jungpflanzen und wir pflanzen nach und nach tausende kleine Gemüsepflanzen in die Beete. Wir werden hier jeden Monat mit vielen Bildern unsere Arbeit darstellen um auch andere für den Anbau von Gemüse zu begeistern. Wir sind Dankbar für die Gemeinschaft, die alte Stadtgärtnerei und die Unterstützung durch Gerhard und Catherine.

Sommergemüsekulturen wie Paprika, Auberginen und Gurken stehen im März auf einer wärme Matte und werden bald umgetopft.

Kompost Verteil-Aktion

Anfang März haben wir bei zwei tollen Mitgliederaktionen zusammen auf dem neuen Acker Kompost verteilt und die Bäume von Brombeeren befreit. Auf diesem neuen Stück sollen in der ersten Saison Kürbisse wachsen. Es ist gut eine solche große neue Fläche ganz in der Nähe der Gärtnerei bewirtschaften zu dürfen.

Die gemeinsame Kompost-Verteil Aktion hat Spaß gemacht vielen Dank an alle die geholfen haben. Im Hintergrund kann man die Gewächshäuser der Gärtnerei erahnen.
Wir verteilen den Kompost direkt auf die unbearbeitete Wiese und decken das ganze dann mit Silofolie ab.
Vielen Dank an alle die geholfen haben.
Der neue kleine Garten am Münzacker ist jetzt fast komplett angelegt und wir pflanzen hier Brokkoli, Blumenkohl, dicke Bohnen und Salate. Der strenge Frost Ende März hat den Pflanzen leider sehr zugesetzt – aber wir sind hoffnungsvoll, dass sie es schaffen werden!
Ende Februar pikiert Melanie unsere Tomaten in Expresstöpfe, etwas vier Wochen später können sie dann umgetopft werden.
Ende März topfen wir unsere Tomatenpflanzen um und sie wachsen jetzt noch 3 Wochen weiter bis sie dann im April ins Gewächshaus gepflanzt werden.
Der Garten ist im März ziemlich weiß: Wir decken neue Pflanzungen mit Vlies ab doch trotzdem erfrieren uns einige Pflanzen während einiger Frostnächte. Das gehört zum Gemüsegärtnern dazu und wir können schnell reagieren und etwas neues nachsäen.
Alex hilft seit mehr als einem Jahr jeden Freitag in der Gärtnerei und erntet hier Winterpostelein mit dem “Quick Cut Greensharvester”. Alex wir schätzen dich sehr!
Am Ackerstück am Hammelsbrunnen pflanzen wir mit Melanie, Alex und Anja (und natürlich mit Helmut, der das ganze überwacht) vier verschiedene Zwiebelsorten: Es ist für uns das erste mal das wir so viele Zwiebeln pflanzen und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis.

Noch ein paar persönlich Worte von mir, Anja:

Seit einem Monat bin ich nun schon als Gärtnerin in der Solawi Weinheim, fachsimple mit Felix, genieße es den ganzen Tag draußen sein zu dürfen und die Vielfalt des Gärtnerns: Blumen aussäen, Fenchel pflanzen, Mangold ernten, die Tür des Erdbeertunnels reparieren, Kompost verteilen in einer tollen Gemeinschaftsaktion oder Gespräche zu einem Wasseranschluss beim Pfrang’s Acker – zum Beispiel. Natürlich ist Gärtnern auch mal anstrengend und eintönig, bei zu kalt, zu nass, zu windig – aber gerade das Frühjahr ist eine besondere Zeit, wenn das erste Grün kommt und wir als Gärtnernde in der Jungpflanzenanzucht schon die ganze Saison vor Augen haben. So wie die Saison neu beginnt, beginne auch ich neu. In einer neuen Stadt, als Gärtnerin für euch, mit einem neuen (sehr tollen!) Team und mit viel praktischer Unterstützung durch euch als Mitglieder – danke dafür! Von meiner Zeit auf Wanderschaft letztes Jahr habe ich viele Ideen mitgebracht, einige Tomatensorten (Freilandtomaten!) und eine Grabegabel zum lockern des Bodens. Einige Experimente sind schon angelegt, wie z.B. „Bringt das lockern unseres Bodens mit der Grabegabel einen Vor- oder eher einen Nachteil für unsere Kulturen?“, „Wachsen die Zwiebeln besser, wenn man die Blätter der Jungpflanzen einmal schneidet?“. Gärtnern bedeutet für mich zu forschen, die Natur zu beobachten und immer wieder den Satz „Das hat man schon immer so gemacht.“ in Frage zu stellen. Ich freue mich auf eine vielfältige Saison mit euch und fühle mich, mit einem Wort: WOHL!

Links: eingekürzte Zwiebeln. Sie sollen sich besser bestocken (sind dann standhafter und haben mehr Blattgrün, also auch mehr Blattfläche zur Photosynthese) als die ungeschnittenen Zwiebeln (rechts).

Winter 2019/20

Das zweite Gartenjahr neigt sich dem Ende zu und ich möchte mich bei euch für eine bunte, sonnige und auch schöne Saison bedanken. Es hat rießen spaß gemacht und war gleichzeitig viel Arbeit! Gegen Ende des Winters sind nun alle Beete wirklich leer und es ist immer wieder spannend wie die ersten zarten Jungpflanzen keimen und der neue Garten “entsteht“.

Die Beete sind im Januar alle abgeerntet und mit Kompost gemulcht für die nächste Saison.
Die selben Beete werden Ende September 2019 oft mit ihrer dritten Kultur bepflanzt.

Jetzt ist eine gute Zeit die Beete für die kommende Saison vorzubereiten und den Anbauplan zu machen. Wir bedecken unsere Beete mit einer Schicht von 3cm Kompost und schützen so den Boden und ernähren Bodenlebewesen. Der milde Winter (bis jetzt!) ermöglicht auch im Dezember und Januar noch schöne Schnittsalate wie Postelein aus dem Freiland zu ernten. Die Tage werden spürbar wieder länger und im Januar beginnen wir mit den ersten Aussaaten und es ist sozusagen “die Ruhe vor dem Sturm“, bevor wir ab März die meisten Beete Stück für Stück wieder bepflanzen.

Die Versorgung mit Wintergemüse hat bis Weihnachten gut geklappt, eine merkbare Verbesserung zur ersten Saison. Im Januar ernten wir hauptsächlich grünes Gemüse wie Spinat, Grünkohl, Mangold und verschiedene Salate. Mit den neuen Flächen und unserer neuen Gärtnerin Anja werden wir versuchen dieses Gartenjahr mehr Wintergemüse wie Wirsing und Rosenkohl anzubauen.

Durch das bewässern mit Perschläuchen (Permatube) und der neuen Pumpe (um Regenwasser von der Dächern zum bewässern zu verwenden) konnten wir diese Saison viel Wasser sparen! Ich möchte mich bei Gerhard und Catherine Friedel bedanken, die uns die Benutzung der Gärtnerei erlauben und so viel mithelfen.

Im November und Dezember werden viele der Beete abgeerntet und mit Kompost für die nächste Saison vorbereitet. So ist das bepflanzen im Frühjahr schneller.
Ich arbeite sehr gerne mit Melanie und Alex und hier ernten sie im November den letzten Spitzkohl. Unser Spitzkohl ist diese Saison gut gewachsen.
Ende November enthalten die Gemüseanteile Wintergemüse wie Chinakohl, Lauch, rote Bete, Karotten und Salate.
Schwarzkohl und Grünkohl sind sehr winterharte Gemüse und können den ganzen Winter geerntet werden.
Im Garten am Brunnweg ernten wir die Winterkarotten, Mäuse haben hier großen Schaden angerichtet und wir entscheiden uns die Karotten komplett abzuernten und einzulagern.

Anbauplan Gartenjahr 2020/21

Im Winter vor und nach einer kleinen Pause ist es Zeit den Anbau für die nächste Saison zu planen. Wir gehen Notizen der letzten Saison durch und wollen auch auf Dinge achten, die nicht so gut geklappt haben. Zum Beispiel unsere Salatgurken im Gewächshaus durch den starken Spinnmilben befall. Hier wollen wir auch Freilandgurken verwenden.
Wir arbeiten im Freiland mit permanenten Beeten die 12 Meter lang und 80cm breit sind und haben für nächste Saison etwas mehr als 100 Beete zur Verfügung. Der neue Acker wurde hier noch nicht dazu gezählt. Wir planen wo welche Gemüsekultur als erstes hinsoll und welche Menge an Pflanzen benötigt wird. Einige unserer Gärten können auch nicht bewässert werden sie sind also eher für Gemüse geeignet die in den noch feuchten Boden im Frühjahr gepflanzt oder gesät werden.
Insgesamt haben wir, mit den Gewächshäusern und Tunneln, etwas unter 2000 qm (1/5 ha) Anbaufläche.

Im Januar keimen die ersten Jungpflanzen auf den Tischen im Gewächshaus.
Postelein ist ein winterharter Salat, den wir im Freiland nur mit einem Vlies schützen.
Ein Experiment sind Karotten, die im Oktober ausgesät wurden und überwintern für die Ernte im April.

Bis bald und alles Liebe,

Felix

Filmvorführungen und Diskussionsrunde im Februar

Es ist fünf nach zwölf – das sagt uns die Klimawissenschaft und das spüren wir auch selber in den letzten Jahren mit heißen und viel zu trockenen Sommern, milden Wintern und vertrocknenden Wäldern und zunehmenden Stürmen und Unwettern.

Was, wenn wir Menschen die besten Lösungen umsetzen würden, die uns zur Verbesserung unserer Lebensqualität und der Erhaltung unseres Planeten zur Verfügung stehen? Was, wenn nicht nur einzelne Menschen so handeln würden und diese Konzepte global verankert wären? Wie können wir nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt hinterlassen, den CO2-Ausstoß begrenzen und was können wir gegen den Klimawandel tun? In dem Film „2040 – Wir retten die Welt“ zeigt der Verein Solidarische Landwirtschaft im Weinheimer Kino Modernes Theater am Sonntag, den 9. Februar um 18:00 Uhr Lösungsmöglichkeiten für eine bessere Welt.

In „2040 – Wir retten die Welt“ entwirft der Regisseur Damon Gameau ein Bild unseres Planeten, wie er im Jahr 2040 aussehen könnte. Im Anschluss an den Film stehen Vertreter des Vereins Solidarische Landwirtschaft, der eine nachhaltige und naturverträgliche Landwirtschaft fördert, zusammen mit Vertretern der Gemeinwohlökonomie, des BUND, des NABU und der Bürgerinitiative ParentsForFuture im Foyer zu einer Diskussionsrunde bereit. Die vorgestellten Alternativen und bereits heute verfügbaren Lösungen geben Handlungsempfehlungen, wie wir eine lebenswertere Welt erschaffen können.

Trailer und Ausschnitte zu dem Film “2040 – Wir retten die Welt”

Am darauffolgenden Montag, den 10. Februar wird um 20:30 Uhr dann der Film „Land des Honigs“ gezeigt. Dabei geht es um eine Wildimkerin in Nordmazedonien und deren naturverbundene Lebensweise. Mit der Ankunft neuer Nachbarn wird das Gleichgewicht auf die Probe gestellt. Mit den Mitteln filmischer Poesie schaffen die beiden Regisseure des schönen und sehenswerten Dokumentarfilms unseren Blick auf das notwendige Gleichgewicht in der Lebensmittelproduktion zu schärfen. Die Aspekte Natur, Arbeit, Zusammenleben und Landwirtschaft werden dabei in tollen Szenen zusammen mit den Bienen und den Menschen in einer Geschichte mit dokumentarischen Bildern erzählt.

Trailer zu dem Film “Land des Honigs”

Mehr zu den Veranstaltungen unter:

Verein ist weiter gewachsen

Der Verein Solidarische Landwirtschaft Weinheim e.V., kurz Solawi genannt, startet mit 75 Anteilen ins Gartenjahr 2020. Die Solawi baut auf Weinheimer Feldern Gemüse und Obst an. Dabei werden neue Anbaumethoden erprobt und die Erfahrungen an Interessierte durch Workshops oder regelmäßige Mitarbeit weitergegeben. Für einige Gemüsesorten wird das Saatgut auch selber gewonnen und im nächsten Jahr wieder verwendet. Der Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln ist bei dem biologischen Gemüse- und Obstanbau natürlich verpönt. Der Anbau, die Ernte und die Planung wird durch zwei fest angestellte Gärtner/in, einer Teilzeitkraft und vielen ehrenamtliche Mitgliedern bewältigt.

Im Jahr 2019 konnten einige Anbauflächen dazu gewonnen werden. Auch 2020 kommt eine zusätzliche Anbaufläche dazu. Darüber hinaus haben wir eine weitere Gärtnerin gewinnen können, die uns zukünftig mit 70 % ihrer Arbeitskraft unterstützt. Wir freuen uns schon auf die Zusammenarbeit.

Im Unterschied zu einer Bio-Kiste, teilen sich die Erntebezieher in der Solawi die Ernte. Alles was geerntet wird, wird solidarisch geteilt. Dabei fällt natürlich im Winter der Gemüsekorb deutlich kleiner aus als im Sommer.


Interessierte, in welcher Form auch immer, können sich gerne bei uns melden.

Gerne beantworten wir auch Deine Fragen !

Oktober 2019

Ende Oktober betreten wir, wie es der Pionier des intensiven ökologischen Anbaus Eliot Coleman nennt, die “Persephone Monate”. Es beginnt die dunkelste Zeit des Jahres und die Tage sind jetzt kürzer als 10 Stunden. Das Pflanzenwachstum ist dadurch sehr langsam und wir können ernten was im Verlauf des Sommers gepflanzt wurde. Die Anteile im Oktober enthalten Herbstgemüse wie Lauch, Knollenfenchel, Karotten, Kohl, Rettich, Spinat, Äpfel von der Streuobstwiese und bunte Schnittsalate.

Das gemeinschaftliche Apfelpressen im Oktober war ein voller Erfolg und der gewonnene Saft schmeckte süßlich-herb! Im Oktober räumen wir die Sommerkulturen aus unseren Gewächshausern und pflanzen Salate, Zwiebeln und Radieschen für die ernte im Frühjahr und Winter. Ein kleines Experiment sind Karotten die jetzt ausgesät werden für die sehr frühe ernte im April/Mai.

Diese Salate sind besonders winterharte Sorten: Salatrauke, “Red Russian” Kohl und Asia Salat “Mizuna”
Bunte Salatmischungen im Oktober: Spinat, Feldsalat, Rucola, Batavia, Radicchio.

Knoblauch

Es ist Zeit den Knoblauch zu stecken und wir verwenden die Sorten Thermidrome und Garpeck. Durch den nassen und warmen Boden keimen die Steck-zehen nur nach einer Woche. Der neue Garten am Hammelbrunnen ist jetzt komplett angelegt und mit Kompost gemulcht. Wir freuen uns auf die nächste Saison hier, mit so vielen neuen Beeten.

Bei einem warmen Oktober Regen stecken Alex und Melanie den Knoblauch am Hammelsbrunnen. Wir stecken etwa 25 Kg Saatgut.
Nur zwei Wochen später hat sich der Knoblauch gut entwickelt und wächst im Winter sehr langsam “vor sich hin“. Geerntet werden können die Knollen dann Anfang Juni.
Winterharte Gemüse wie Lauch können solange im Garten stehen bleiben bis wir sie ernten wollen.
Die Butternutkürbisse sind getrocknet und werden im Oktober verteilt. Danke an alle die beim gemeinschaftlichen Ernten und Kompost verteilen geholfen haben.

Was macht das Plastik da auf dem Acker?

Silofolien sind UV behandelte sehr reisfeste Folien die von Ackerbaubetrieben zum Abdecken von zum Beispiel Futtermaissilage verwendet werden. Bei vorsichtiger Behandlung können sie viele Jahre verwendet werden. Wir verwenden die Folien gerne um einen neuen Garten anzulegen (ohne den Boden bearbeiten zu müssen!) oder um die Beete über den Winter zu schützen. Im Frühjahr wenn wir die Folien abdecken finden wir immer viele Regenwürmer und unkrautfreie Beete.

Der Einsatz von Silofolien im neuen Garten am Münzacker.

Im Gewächshaus sind die Salate für den Winter gesetzt.

Bis bald und alles Liebe,

Felix

Apfelernte

Auf unserer Streuobstwiese, die wir in diesem Jahr neu dazu bekommen haben, konnten wir neben Mirabellen und Pflaumen nun auch Äpfel ernten. Viele Apfelbäume haben bereits im August deutliche Unterschiede im Aussehen und Geschmack gezeigt.

Ab Mitte September konnten dann auch die ersten Äpfel geerntet werden. Jeden Freitag haben sich dazu Freiwillige getroffen und für die Samstags- und Mittwochsabholung Äpfel gepflückt. Da wir die Sorten nicht kannten, mussten viele Äpfel vorher probiert werden. Danke an die vielen unterschiedlichen Helfer, die jeden Freitag in ausreichender Anzahl da waren und die Ernte ermöglicht haben.

Im nächsten Jahr werden wir sicherlich die Reifepunkte der einzelnen Sorten noch besser treffen und können uns über noch größere Ernten freuen. In diesem Frühjahr wurden viele Bäume stark zurückgeschnitten und dadurch sind einige Fruchtäste auf der Strecke geblieben.

Am Sonntag, den 14.10., haben wir dann den Großteil der Äpfelbäume abgeerntet. Dank tatkräftiger Unterstützung bei der Ernte hatten wir an dem Sonntag innerhalb kürzester Zeit ca. 800kg Äpfel gesammelt. An dem darauf folgenden Samstag haben wird diese zu Apfelsaft gepresst. Der Saft konnte direkt auf unserem Erntefest in der Gärtnerei getrunken und mitgenommen werden.

Die Äpfel der letzten drei Bäume haben wir dann am Freitag den 25.10.2019 geerntet. Dabei waren mittlerweile die Schafe wieder auf der Streuobstwiese. Interessiert wurden wir von den Schafen beobachtet und wenn niemand hingeschaut hat, kam die Herde näher und machte sich über die frisch gepflückten Apfel her. Anscheinend ist schön angerichtetes Obst in Kisten auch für Tiere interessanter, als das auf dem Boden verstreute Fallobst.