August 2019

Im August heißt es als Gärtner: dran bleiben! Es gibt viel zu ernten und zu pflegen, doch auch die Vorbereitungen für den Wintergarten beginnen. Im Gegensatz zum Frühjahr wenn die Tage immer länger und wärmer werden und spätere Aussaaten oft früher gepflanzte Sätze überholen (und besser wachsen) ist es umgekehrt: Die Aussaatzeitpunkte sollten genau eingehalten werden, da die Tage schnell kürzer werden. Wir pflanzen die ersten Spinat- und Feldsalat Beete und ernten wieder Schnittsalat. Es fühlt sich ende August schon herbstlicher an.

Biointensiver Anbau bedeutet eine kleine Fläche intensiv zu bepflanzen ohne dabei den Boden zu verschlechtern. Wir erreichen dies durch regelmäßige Kompostgaben und wenig Bodenbearbeitung. Viele dieser Beete werden im September mit ihrer vierten Kultur bepflanzt!

Ein Grund den Boden so wenig wie möglich zu stören sind Pilze: ihre Myzelien durchziehen den ganzen Boden und einige gehen symbiotische Beziehungen mit Pflanzen ein.

Acker am Hammelsbrunnen

Wir bauen dieses Jahr Gemüse auf vier verschiedenen Flächen an. Unter anderem auf dem neuen kleinen Ackerstück am Hammelsbrunnen. Der Kohl und Brokkoli hier sind gut gewachsen und wir pflanzen im August die zweiten Kulturen wie Knollenfenchel und Radiesen. Viele kleine Flächen (anstatt einer größeren) im Griff zu halten kann stressig sein: aufgrund der großen Hitze und ausbleibendem Regen vertrocknen im August viele der neu gesetzen Jungpflanzen. Zusammen mit Melanie, Damaris, Laura und Alex räumen wir die abgeernteten Brokkoli und Rotkohl und Brokkoli.

Die ersten Kürbisse wie diese Hokkaido und Muskat können geerntet und getrocknet werden.
Die Kürbisse wachsen gut zusammen mit den Sonnenblumen auf dem neuen Ackerstück am Hammelsbrunnen.

Wir räumen den abgeernten Brokkoli pflanzen und pflanzen hier Knollenfenchel für die Herbsternte. Danke an Andreas und Manfred, die hier den kleinen Zaun gebaut haben.
Ende August ist der Schnittsalat zurück, während des Sommers bauen wir wenig Salat an, es ist einfach zu heiß und trocken. Ich freue mich schon auf die vielen verschiedenen grünen Blätter im Herbst.

Melanie und Alex schneiden die Haupttriebe unserer Tomaten durch, so können die restlichen grünen Früchte gut abreifen und es werden keine neuen Früchte mehr gebildet.

Bunte Gewächshausernte für die Abholung am 26. August.

Die Tomatensaatgut Gewinnung ist schnell und einfach. Wir zerquetschen die reifen Früchte und lassen für eine Nacht fermentieren. Danach füllen wir die Behälter mit Wasser auf, so sinken die schweren Samen nach unten und das Fruchtfleisch kann nach und nach abgegossen werden.

Die Früchte der alten italienischen Sorte “Belmonte“


Alex erntet Paprika

Bis bald,

Felix

Juli 2019

Ende Juli ist es dann soweit: wir reiten auf der Tomaten-Welle! Wir ernten im Juli jede Woche 150-200 Kg der roten Früchte und das Einkochwochenende auf dem Zollhof kommt so gerade recht. Besonders sticht dieses Jahr die samenfeste Sorte Ruthje heraus, die süßlich aromatisch schmeckt und nicht platzt. Ein toller Moment sind auch die ersten fertigen Brokkoli und Bohnen auf dem neuen Acker am Hammelsbrunnen die Melanie, Alex und ich ernten. Die ersten Paprika bekommen Farbe und wir versuchen uns dieses Jahr mit verschiedenen samenfesten Sorten Block- und Spitzpaprika. Renate sät im Juli jede Woche einige Topfplatten für die ernte im Herbst und Winter aus: Kohlrabi, Chinakohl, Grünkohl, Salate, rote Bete.

Ende Juli ist wohl der Höhepunkt unserer Tomatensaison und diese samenfeste Sorte “Ruthje“ ist mein Favorit!

Die Himbeeren sind reif und zusammen mit Ursel und Silke und ernten wir die empfindlichen Früchte.

Bei der Himbeerernte gibts immer was zu naschen
Die erste Brokkoli ernte mit Melanie und Alex auf dem neuen Ackerstück
Bunte Paprika

Gemüsegarten Hoxhol

Der Gemüsegarten Hoxhol wird von Vivian Glover und ihrem Partner Alexander geführt. Vivian veranstaltete im Juli ein kleines Treffen für interessierte GärtnerInnen und es wurde über Kompost, Boden, Sorten, intensiven ökologischen Anbau und Vermarktung diskutiert. Der wunderschöne Garten liegt im Modautal im Odenwald und es gibt (noch) keinen Wasseranschluss. Dies bedeutet, dass das Wasser (oft mehrmals pro Woche) mit einem Anhänger zum Garten gebracht werden muss. Das Gemüse wird unter 65 ErnteteilerInen an zwei Depots einmal pro Woche verteilt. Mehr Informationen zum Anbau und der Solawi findet ihr hier: http://www.gemuesegarten-hoxhohl.de Danke Vivian!

Freiland Tomaten, Auberginen und Paprika gedeihen auf den Beeten die Vivian mit Kompost aufbaut und später mit Kleegras mulcht gut.
Ein Kleiner Traktor mit einer Kreiselegge ist alles was es braucht um die Beete flach zu bearbeiten und dann zu bepflanzen.

Solawi Viernheim

Das Gartengrundstück “Renners Obst- und Gemüsegarten“ ist in etwa 15 Minuten mit dem Fahrrad von der Stadtgärtnerei zu erreichen. Hier baut Gärtner Mett Hinger für die Mitglieder des Vereins Solidarische Landwirtschaft Viernheim e.V. Gemüse an. Auch viele ungewöhnliche Gemüsearten wie Süßkartoffeln, Sojabohnen und asiatische Auberginen stehen auf den Beeten. Es ist toll zu sehen, wie solche kleinen Solawi- (Garten) Projekte nur so aus dem Boden sprießen. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nur etwas an unserem Ernährungssystem verändern können, wenn Gemüse wieder auf vielen kleinen Flächen für Menschen direkt vor Ort produziert wird. Danke für deine Zeit Mett!

Der Folientunnel wurde dieses Jahr erst fertiggestellt und hier wachsen verschiedene Sommergemüse wie Paprika und Tomaten.
Die Beete werden mit Tropfschläuchen bewässert und mit Stroh gemulcht.

Tolle Auberginen in Viernheim!

Bis bald,

Felix

Juni 2019

Viele Der Sommergemüse wie Tomaten und Auberginen kommen im Juni richtig in Schwung und wir pflegen die Gewächshauskulturen jede Woche. Im trockenen und heißen Juni sind wir Gärtner auf alles vorbereitet zum Beispiel schnelles wiederbepflanzen der abgeernteten Beete, denn viele der der im zeitigen Frühjahr gesäten Gemüsesorten sind jetzt reif. Besonders bei Neupflanzungen ist in den ersten zwei Wochen nach der Pflanzung das Bewässern sehr wichtig. Auch die Vorbereitungen für die Wintersaison beginnen ende Juni und wir säen zum Beispiel Grünkohl, Karotten und rote Bete für die Ernte ab Oktober.

Der Garten im Juni schöne Cosmea im Vordergrund
Fleischtomate ´Marmande´ haben wir selbst vermehrt , üppig!

Die grünen Schattiernetzte schützen die pflanzen vor zu hohen Temperaturen.
Fleischtomaten Ernte bei 38 Grad am 26. Juni

Spinnmilben im Unterglas Anbau

Spinnmilben richten bei trockener und heißer Witterung schnell großen Schaden an. Wir bringen bei ersten Anzeichen die nützlichen Raubmilben im Gewächshaus aus, um ihnen entgegenzuwirken. Doch dauerhafte Temperaturen über 30 Grad sind für die Nützlinge zu hoch. So kommt es Ende Juni zu einem abrupten Ende der Gurkensaison und wir entfernen die stark mitgenommenen Pflanzen aus dem Gewächshaus.

Tolle Salatgurken im Juni
Spinnmilben (rote Spinne) vermehren sich bei heißer und trockener Witterung rasend schnell. Für diese Salatgurken ist es zu spät und wir entfernen die Pflanzen und kompostieren sie um zu vermeiden, dass die Milben im Gewächshaus weiterwandern. Zwischen den beiden Aufnahmen liegen nur 14 Tage.
Celine ist Gartenbauingenieurin und hilft zwei Tage die Woche in der Gärtnerei hier erntet sie Buschbohnen.
Im Garten am Brunnweg wachsen Knollensellerie und Lauch für die Winterernte.
Unserer erste Knoblauchernte ist getrocknet und wurde im Juni verteilt.
Die Kürbisse auf dem Acker am Hammelsbrunnen.


Bis bald,

Felix

Mai 2019

Die Gärtnerei im Mai – Neues Ackerstück am Hammelsbrunnen

Im Mai war es ungewöhnlich kühl und nass, eine willkommene Veränderung zur letzten Saison. Besonders Salate und Kohlgemüse wie Kohlrabi sind gut gewachsen.

Kopfsalat ernte im Mai


Gemüse im Mai

Der Monat Mai ist interessant. fast jede Woche kommen neue Gemüsekulturen die geerntet werden können dazu: Kohlrabi, Brokkoli, Die ersten kleinen Karotten, Gurken, Mangold.

Gemüseanteil ende Mai
Alex hilft jeden Freitag in der Gärtnerei und erntet hier Erdbeeren
Das Gewächshaus : Salatgurken, Paprika, Tomaten
Salatgurken im Mai
Salatgurke
Ende Mai ernten wir den Knoblauch und Ursel bündelt ihn um die frischen Knollen zu trocknen


Neuer Acker am Hammelsbrunnen

Das neue kleine Ackerstück am Hammelsbrunnen hat fruchtbaren Boden und Dank Günter Seils hilfe haben wir dort auch Wasser zum bewässern der neu gesetzten Jungpflanzen. Ich möchte bei Celine bedanken die mit großem Einsatz an vielen Tagen half die neuen Beete anzulegen. Wir pflanzen hier Winterkohl, Brokkoli und Kürbisse.

Celine mulcht die neuen Beete am Hammelsbrunnen mit Grünschnitt – Kompost.


Der Kohl ist gesetzt.
Wir pflanzen die Kürbissorten Hokkaido, Butternut und Muskat.

April 2019

Der Garten füllt sich im April schnell mit Frühlingskulturen wie verschiedenen Schnittsalaten, Spinat, Kohlrabi, rote Bete, Karotten und Zwiebeln. Die warme Witterung erlaubt es uns die weißen Vliese abzunehmen und der Garten zeigt sich. Das vorsichtige Beikraut jäten und die großen Kompostgaben in der letzten Saison machen sich bezahlt: der Garten ist fruchtbar und schnell zu bepflanzen. Für alle Gemüsesorten der Kohlfamilie ist jetzt das Abdecken mit Schutznetzen wichtig. Diese sollen die kleine Kohlfliege und den Kohlweißling davon abhalten Eier auf die Pflanzen zu legen. Auch Schädlinge wie die Larven der Zwiebelfliege mochten das warme Wetter und richten schnell großen Schaden bei Knoblauch und überwinterten Zwiebeln an.

Die Vliesabdeckungen im Freiland können bei sommerlichen Temperaturen mitte April heruntergenommen werden und der Garten zeigt sich.

Larven der Zwiebelfliege richten schnell großen Schaden bei Knoblauch und Frühlingszwiebeln an.

Gemüse im April

Im April gibt es Mangold, Bundzwiebeln , viele Salate, Spinat und die ersten Radieschen und Navets.
Danke an Bela und Maray die den Abholraum so schön neu gestaltet haben!
Im April sind die ersten Radieschen reif.
Die Erdbeeren werden rot.
Melanie pflanzt am 11. April die Auberginen.

Sommergemüse im Gewächshaus

Viele der überwinterten Gemüse wie Mangold und verschiedene Salate gehen jetzt in die Blüte und wir pflanzen im Gewächshaus die Sommerkulturen wie Tomaten, Salatgurken, Paprika und Auberginen. Wir erziehen alle diese Sommergemüse an schnüren und pflegen sie 1-2 mal pro Woche. Das regelmäßige ausgeizen der Seitentriebe bewirkt eine gute Durchlüftung und einen regelmäßigen Fruchtansatz.
Wir mulchen all unsere Gewächshaus Beete mit einer 1cm Schicht aus Kompost, sonst nichts!
Tomaten und frühe rote Bete.
Sommer im Gewächshaus!

Andreas mäht unsere neue kleine Anbaufläche ganz in der nähe der Gärtnerei. Bis hier Gemüse wachsen kann gibt es noch einiges zu tuen!


Ein Jahr Solidarische Landwirtschaft in Weinheim

Im Januar 2018 trafen sich einige Interessierte zur Gründung eines Vereins, dessen Zweck u.a. die Umsetzung von ökologischer und sozialer Landbewirtschaftung und verpackungsfreier Selbstversorgung ist. An diesem kalten Wintertag hätte keiner gedacht, wie erfolgreich das folgende Jahr werden würde. Ein begeisterter junger Gärtner, Felix Hofmann, und ein Ort für den Gemüseanbau waren zum Glück schnell gefunden. Und Gerhard Friedel, Gründer der Firma Water Future Systems und Pächter der alten Stadtgärtnerei, suchte nach Anwendungen für die Demonstration seiner Bewässerungssysteme. Bessere Voraussetzungen konnte es nicht geben und so wurde mit den Vorbereitungen für das Gartenjahr begonnen. Es wurde geputzt, aufgeräumt, Beete angelegt und massenhaft Aussaaten gemacht.

Das Interesse an der Solawi war groß und schon nach wenigen Wochen, am 4. März, waren bereits alle 40 Anteile vergeben. Nur einen Monat später wurde zum ersten Mal geerntet und von da an ging es steil bergauf. Im Juli und August wuchs die Menge an Gemüse vielen Mitgliedern sprichwörtlich über den Kopf und so konnten sie einen Teil innerhalb der Familie oder an Freunde weitergeben. Allein an Tomaten wurden insgesamt ca. 1,4 Tonnen geerntet! So konnte die Solawi viele Mitglieder und Familien wöchentlich mit frischem, regionalen Gemüse versorgen – das übertraf alle Erwartungen. Im November konnte die Gemeinschaft noch eine weitere Gärtnerin als Teilzeitkraft für die Mitarbeit in der Solawi gewinnen.

Frisches Gemüse für die Solawistas.

Es gab auch kleinere Rückschläge, da sich so manches Tierchen über das tolle Angebot im Garten hermachte – die Kohlweißling Raupen machten dabei die größten Probleme. Aber die Verluste hielten sich trotz des heißen und trockenen Sommers insgesamt in Grenzen, auch Dank des unterirdischen Bewässerungssystems der Firma Water Future Systems. Im Winter nahm die Erntemenge ein wenig ab, aufgrund der kleinen Anbaufläche konnte nur begrenzt klassisches Wintergemüse wie Sellerie, Möhren oder Kartoffeln angebaut werden. Deren lange Wuchszeit kann mit der aktuellen Fläche nicht realisiert werden, leider konnte auch nach intensiver Suche noch kein “Kartoffelacker” gefunden werden.

Dafür gab es im Januar erfreuliche Nachrichten: Eine Streuobstwiese mit 50 Obstbäumen wurde uns zur Pflege und Ernte verpachtet. Zusammen mit Herrn Speiser und dem Woinemer Kino wurden zwei gutbesuchte Filme aufgeführt, die viel Input über nachhaltige Entwicklung und den Umgang mit der Natur lieferten: “Tomorrow” und “Unser Saatgut”.

Auf der Mitgliederversammlung nach dem ersten Gartenjahr durften jetzt einige neue Mitglieder begrüßt werden, denn die Anteile wurden auf 55 erhöht. Interessierte MitstreiterInnen sind genauso willkommen wie Angebote für einen Acker. Kontakt: solawi-weinheim.de oder 06201/2498846

So sah es im September vor der Gärtnerei aus.

Solawi Weinheim jetzt auch mit Obst

Seit Februar 2019 haben wir eine Streuobstwiese gepachtet. Dadurch können wir in dem zweiten Jahr des Bestehens der Solawi Weinheim zusätzlich zu dem Gemüse auch Obst ernten.

Zustand der Streuobstwiese vor der ersten Pflege.
Gut zu erkennen: auf der südlichen Seite (im Bild auf der linken Seite) stehen die jüngsten Bäume. In jeder Reihe stehen ca. 10 Bäume.

Auf der Wiese stehen viele alte Obstbäume. Neben vielen Apfel-, Pflaumen und Kirschbäumen wachsen dort auch einige Birnen, Mirabellen, Walnüsse und ein Aprikosenbaum. Da die Bäume teilweise schon länger nicht mehr gepflegt wurden, haben wir uns erst einmal an den Schnitt gemacht.

Erste Schnittmaßnahmen …

Bei mehreren Pflegeeinsätzen mit den Mitgliedern konnte wir viele der Bäume zurückschneiden. An einem der Einsätze haben wir durch Hr. Stimmler vom Obstbau- und Gartenbauverein Sulzbach eine Einführung in den Obstbaumschnitt erhalten und wussten dann mehr über Schnitttechniken, Leitäste, Wassertriebe und die Saftwaage. Durch praktische Vorführung und viele Tipps konnten sich die Mitglieder danach mit einem besseren Gefühl an die Schnittmaßnahmen machen.

Einen großen Teil des Schnittgutes haben wir dann an einem zusätzlichen Einsatztag häckseln können und zur Gärtnerei gebracht. Dort wird nun aus dem Häckselgut Kompost für den Gemüseanbau hergestellt.

Mittlerweile sind schon viele Bäume geschnitten und auch erste Blüten und ihre Gäste haben sich eingestellt.

Da einige ältere Bäume Bruthöhlen haben, sind wir schon gespannt, welche Vögel sich dort niederlassen werden.

Entspannte Gesichter nach dem Schnitt.
Jetzt sieht es schon viel Lichter aus.


Februar / März 2019

Wir beginnen das neue Gartenjahr Anfang Februar mit Aussaaten von verschiedenen Kohlgemüsen, Salaten, Zwiebeln, Kräuter und Knollenfenchel. Etwa vier Wochen später, werden die ersten Jungpflanzen gepflanzt und dickes Vlies schützt die kleinen pflanzen vor kaltem Wind und starkem Regen.

Melanie pflanzt ende Februar den ersten Kopfsalat.


Silke pflanzt Spinat.

Vlies schützt die Jungpflanzen vor kaltem Wind.
Jungpflanzen mitte Februar. Wir stellen die Aussaatplatten für ein paar Tage auf eine kleine wärme Matte, danach können sie problemlos auf diesen “kalten” Tischen stehen bis zur Pflanzung in etwa 4 Wochen.

Jungpflanzenanzucht und Anzucht der Sommerkulturen

Um zu schnell Keimen brauchen die meisten Samen eine Keimtemperatur von 18-25 Grad. Besonders die kalten Nächte im Gewächshaus verlangsamen den Prozess. Wir stellen die ersten Aussaatpatten für 4-5 Tage auf eine Wärmematte und danach auf die “kalten“ Gewächshaustische.

Die Sommer Gewächshauskulturen wie Auberginen, Paprika, Chili und Tomaten säen wir in große Pikierschalen. So können wir mit wenig Wärme sehr viele Samen zum keimen bringen. Später pikieren wir die kleinen pflanzen im Keimblattstadium in Erdpresstöpfe. All diese Sommergemüse sind sehr kälteempfindlich und müssen vor allem Nachts warm gehalten werden. Unsere kleine Heizmatte ist eine Art “Fußbodenheizung” und hält konstant 20-22 grad. Diese Saison bauen wir sieben verschiedene Tomatensorten an. Die ersten Tomatenernte kann im Juni erwartet werden!
Jungpflanzen im Februar
Auberginen, Paprika und Tomaten haben´s gern warm und stehen auf einer Wärmematte. Renate pikiert mit Sorgfalt hunderte pflanzen.
Paprika Aussaat links und zum pikieren fertige Paprikapflanzen rechts (etwa 2 Wochen alt)
Die Auberginen sind jetzt 6 Wochen alt und Silke topft sie in einzelne Töpfe um.

Gemüse im März

Das Gemüse im März lässt den bevorstehenden Frühling erahnen. Es gibt bunte Salate, Kräuter, Frühlingszwiebeln, Bärlauch, Mangold und Kresse.
Überwintertes Gemüse im Gewächshaus, hier pflanzen wir in 4 Wochen die ersten Tomaten.


Spinat
Jochen hat schon viele der kaputten Scheiben repariert! Danke!!

Bis bald !

Felix

Essen ist politisch – auch in Weinheim

Gutes Essen, eine bessere Landwirtschaft und der Erhalt der Bauernhöfe, das steht 2019 auf dem Spiel. Bei der kommenden EU Agrarreform wird festgelegt, wie in den nächsten 7 Jahren unser Geld an die Landwirtschaft verteilt wird. Aktuell wird ein großer Teil des EU Haushaltes nur über die Fläche verteilt. Wer viel Land und Ackerboden besitzt, erhält viele Subventionen. Damit zukünftig kleinere Höfe und ökologisch arbeitende Betriebe stärker unterstützt werden, haben nun der Verein Solidarische Landwirtschaft und die großen Umweltverbände NABU und BUND zu einer Demo in Berlin am 19.1. aufgerufen. Ziel ist es, die Bundesregierung davon zu überzeugen, zukünftig die Bauern zu unterstützen, die Tiere artgerecht halten, insektenfreundliche Landschaften schaffen und gutes Essen herstellen wollen.

Aber auch in Weinheim kann man sich für eine bessere Landwirtschaft einsetzen. Seit letztem Jahr gibt es in Weinheim die Solawi, die unter dem Motto „sich die Ernte teilen“ vor Ort Gemüse ökologisch anbaut. Dabei übernehmen die Mitglieder zusammen mit zwei angestellten Gärtnern die Verantwortung für den Anbau und den Betrieb der solidarischen Landwirtschaft.

Im Rahmen der „Wir haben es satt“ Kampagne zeigt die Solawi Weinheim am Sonntag, den 20.1. um 11:00 Uhr im Weinheimer Kino „Modernes Theater“ den Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“. Ein Film über die Lösungen, die wir brauchen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten. Die Schauspielerin Mélanie Laurent und der französische Aktivist Cyril Dion sprechen mit Experten und besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass es eine andere Geschichte für unsere Zukunft geben kann.

Am Montag, den 21.1. wird dann um 18:30 Uhr der Film „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“ („Seed“) gezeigt. Wenige Dinge auf unserer Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Saatgut. Verehrt und geschätzt seit Beginn der Menschheit, sind die Samen unserer Kulturpflanzen die Quelle fast allen Lebens. Sie ernähren und heilen uns und liefern Rohstoffe für unseren Alltag. Doch diese wertvollste aller Ressourcen ist bedroht: Mehr als 90 Prozent aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Biotech-Konzerne kontrollieren mit gentechnisch veränderten Pflanzen längst den globalen Saatgutmarkt. Daher kämpfen immer mehr passionierte Bauern, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer wie David gegen Goliath um die Zukunft der Sortenvielfalt.
Mit ihrem Dokumentarfilm „Unser Saatgut“ folgen Taggart Siegel und Jon Betz diesen leidenschaftlichen Saatgutwächtern, die unser 12.000 Jahre altes Nahrungsmittelerbe schützen wollen. Ohne es zu wissen, werden sie zu wahren Helden für die gesamte Menschheit, denn sie verbinden uns wieder mit dem ursprünglichen Reichtum unserer Kultur, die ohne die Saatgutvielfalt nicht bestehen kann.

Für die Filme kann man im Vorverkauf für 5,- Euro ab dem 15.1. Karten an der Kinokasse erwerben. An der Abendkasse sind dann die nicht verkauften Karten für 6,- Euro zu erhalten.

Wir freuen uns auf dein kommen.

November 2018

Es ist jetzt wirklich Winter und unser erstes Gartenjahr neigt sich dem Ende zu. Wettermäßig war es ein extremes Jahr mit sehr vielen Sonnenstunden, Hitze und buntem Gemüse. Es ist als Gärtner jetzt Zeit über die Saison zu reflektieren, Notizen zu sortieren, Saatgut zu bestellen und vor allem zu ruhen.  Die ersten Ausaaten machen wir wieder in der ersten Februar Woche. Hier nähern wir uns wieder 10 Stunden Tageslicht und die Pflanzen erwachen langsam wieder aus ihrem Winterschlaf.

Ich möchte mich bei euch allen für diese ereignisreiche Gartensaison bedanken, die Zeit ist wirklich verflogen, seit wir uns das erste mal (in meinem Wohnzimmer) getroffen haben! Es schien so, als ob die richtigen Menschen immer genau dann aufgetaucht sind, wenn es nicht erwartet wurde.

Da waren Abel, Nicole, Jörg und andere mit ihrer (jahrelangen) Solawi-Erfahrung, Gerhard und Catherine, die uns die Nutzung der Gärtnerei erlaubten, Phillip, der mit seinem großen Bagger die Tonnenschweren Betonplatten aus den Beeten hob, Manfred, der sich bereit erklärte sich um unsere Finanzen zu kümmern, Felix, der mit großem Einsatz sein berufspraktisches Projektsemester in der Gärtnerei absolvierte, Ingrid, die unsere Buchhaltung übernahm und Melanie die als Gärtnerin angestellt wurde.  Besonderen Dank auch an Ursel, Silke, Renate, Rita und Damaris die (jede Woche) gärtnern und ernten, die Vereinsvorstände Reiner und Andreas und alle die jeden Monat im Plenum mitdiskutieren!

Im Februar waren da wo jetzt viele Gemüse Beete sind noch Betonplatten der alten Frühbeetkästen.

Das Gemüse im Gewächshaus ist für die Winter und Frühjahrs ernte.

Die “Zutaten“ für die Salat Mischungen im November sind vielfältig: Blattsalate, Rucola, Feldsalat, Radichio, Zuckerhut, Spinat, Asia-Salat, Postelein, Endivien, Pak-choy..

Rita putzt Radicchio

Vlies und Folien schützen die letzten Freilandsalate vor Frost.

Spinat ist ein sehr winterhartes Gemüse und wird im zeitigen Frühjahr viele große Blätter zum kochen bilden.

“No Dig“ Workshop

Unser kleiner Workshop mit Charles Dowding in der Villa Titiania und an der alten Stadtgärtnerei war ausverkauft und die etwa 50 Teilnehmer konnten viel über den ökologischen Gemüsebau ohne Bodenbearbeitung, Jungpflanzenanzucht, Saatgut, Kompost, Versuchsbeete,  und Erntemethoden lernen.

Dieser Tag hat mir viel bedeutet und es war toll, so viel positives Feedback zu hören.

Nach dem Vortrag gab es eine rege Diskussion mit vielen Rückfragen!

Im Gewächshaus diskutieren wir über Erntemethoden im Winter und Saisonverfrühung. Foto: Jörg Steinbrenner

Das Anlegen von neuen Beeten ohne Bodenbearbeitung ist einmalig viel Arbeit und benötigt eine recht große Menge an Inputs wie Kompost und Holzhackschnitzel. Später ist ein solcher Garten einfach Unkrautfrei zu halten und sehr produktiv! Foto: Jörg Steinbrenner

Bis im neuen Jahr!

Felix