Der Boden

Ein gesunder und lebhafter Boden ist für die Gesundheit von Pflanzen und Menschen sehr wichtig. Wir bearbeiten den Boden so wenig wie Möglich und verwenden Grünschnittkompost als Mulch-Material, um das Netzwerk an Bodenlebewesen zu schützen und zu ernähren. Wir verwenden keine organischen Dünger aus der Massentierhaltung wie Hornspäne oder Haarmehlpellets.

Wir mulchen unsere permanenten Beete mit Grünschnitt Kompost.

Bio Anbau ohne Zertifizierung

Wir bauen unser Gemüse nur mit ökologisch produzierten Betriebsmitteln an. Wir sind im Moment nicht Bio – Zertifiziert, doch sind mit allem was wir im Garten tuen, sehr transparent und gehen an vielen Stellen weiter, als es eine Zertifizierung vorschreiben könnte: Wir bearbeiten unseren Boden nicht, bauen aktiv Boden mit Kompost auf, verwenden im Garten nur Handgeräte und bezahlen einen fairen Lohn für unsere GärtnerInnen.

Das Tomatengewächshaus im Mai

Das Saatgut und die Jungpflanzenanzucht

Wir verwenden hauptsächlich samenfestes Saatgut, welches wir von Bingenheimer Saatgut, Sativa Saatgut, Reinsaat und Dreschflegel beziehen. Wir verwenden auch einige ökologisch vermehrte Hybrid-Sorten, wie zum Beispiel die Gewächshausgurke Katrina F1. Wir vermehren auch einige unserer Gemüsesorten selbst. Besonders einfach und erfolgreich ist die Saatgutgewinnung von Tomaten. Die Sorten Ochensenherz und Ruthje vermehren wir zum Beispiel schon seit einigen Saisons.

Wir gewinnen unser eigenes Tomatensaatgut in dem wir das Fruchtfleisch ausquetschen und die Flüssigkeit einige Tage fermentieren lassen. Danach lassen sich die Samen leicht reinigen und sind für viele Jahre keimfähig.

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Gemüsejungpflanzen im Februar
Cocktail Tomate “Ruthje“ im Hochsommer.

No Dig

No dig bedeutet den Boden nicht oder nur minimal zu bearbeiten. Anstatt den Boden mit einer Beetfräse oder Kreiselegge krümelig und locker zu fräsen, mulchen wir die Beetoberflächen mit Kompost oder anderen Mulchmaterialien wie Blättern. Gerne mulchen wir unsere Wege und die Beetkanten mit Holzhackschnitzeln, die wir von einigen Gartenlandschaftsbetrieben in Weinheim bekommen. Das Ziel dieses Anbausystems ist es, den Boden konstant bedeckt zu halten, am besten auch mit wachsenden Pflanzen.

Ein gut gemulchter Garten ist einfacher Beikrautfrei zu halten und fruchtbar: das Bodenleben wird wenig gestört und kann sich entfalten.

Unser Kompost

Wir verwenden hauptsächlich rein pflanzlichen Grünschnitt Kompost aus dem Weinheimer Kompostwerk. Doch wir stellen auch, so gut wir können, unseren eigenen Gartenkompost aus Gartenabfällen und allem organischen Material was noch so anfällt her. Wir verteilen das Material im Herbst und frühen Frühjahr und bedecken die Beete mit einer dünnen aber durchgängigen Schicht. Beim anlegen eines neues Gartens verwenden wir einmalig größere Mengen Kompost.

Verschiedene Kompost – Mieten an der Gärtnerei
Zwei verschiedene Komposte bereit zum ausbringen. Links ist unser eigener Gartenkompost der etwa 1 Jahr alt ist. Rechts ist holziger Grünschnittkompost.
Kompost lässt sich sehr gut gemeinschaftlich verteilen!

Geräte und Beikrautregulierung

In einem klein strukturierten Gemüsegarten lassen sich alle arbeiten gut mit Handgeräten ausrichten. Oft hacken wir die Beete vor der Pflanzung leicht auf oder verwenden für die Beetvorbereitung auch nur einen Rechen. Wir verwenden eine einreihige Sämaschine, und einen “Quick-Cut Greensharvester“ zum Salat ernten.

Das regulieren von Beikraut ist im biologischen Anbau ein großes Thema. Wir versuchen durch frühes hacken mit Blatthacken oder Drahthacken die Beete sauber zu halten.Viel wichtiger als das hacken, sind aber gut gemulchte Beete auf denen viel weniger Unkraut keimen wird.

Gartengeräte: verschiedene Hacken wie Pendelhacken, Blatthacken, Rechen, Beetmarkierwalze (“gridder“), Salat-Ernter, Jang-Sämaschine
Melanie nutzt einen Handstriegel um Knoblauch zu hacken. Hier ist Timing sehr wichtig: es gilt zu striegeln, bevor viel Betkraut zu sehen ist.