Essen ist politisch – auch in Weinheim

Gutes Essen, eine bessere Landwirtschaft und der Erhalt der Bauernhöfe, das steht 2019 auf dem Spiel. Bei der kommenden EU Agrarreform wird festgelegt, wie in den nächsten 7 Jahren unser Geld an die Landwirtschaft verteilt wird. Aktuell wird ein großer Teil des EU Haushaltes nur über die Fläche verteilt. Wer viel Land und Ackerboden besitzt, erhält viele Subventionen. Damit zukünftig kleinere Höfe und ökologisch arbeitende Betriebe stärker unterstützt werden, haben nun der Verein Solidarische Landwirtschaft und die großen Umweltverbände NABU und BUND zu einer Demo in Berlin am 19.1. aufgerufen. Ziel ist es, die Bundesregierung davon zu überzeugen, zukünftig die Bauern zu unterstützen, die Tiere artgerecht halten, insektenfreundliche Landschaften schaffen und gutes Essen herstellen wollen.

Aber auch in Weinheim kann man sich für eine bessere Landwirtschaft einsetzen. Seit letztem Jahr gibt es in Weinheim die Solawi, die unter dem Motto „sich die Ernte teilen“ vor Ort Gemüse ökologisch anbaut. Dabei übernehmen die Mitglieder zusammen mit zwei angestellten Gärtnern die Verantwortung für den Anbau und den Betrieb der solidarischen Landwirtschaft.

Im Rahmen der „Wir haben es satt“ Kampagne zeigt die Solawi Weinheim am Sonntag, den 20.1. um 11:00 Uhr im Weinheimer Kino „Modernes Theater“ den Film „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“. Ein Film über die Lösungen, die wir brauchen, um den globalen ökologischen Kollaps aufzuhalten. Die Schauspielerin Mélanie Laurent und der französische Aktivist Cyril Dion sprechen mit Experten und besuchen weltweit Projekte und Initiativen, die alternative ökologische, wirtschaftliche und demokratische Ideen verfolgen. Was sie finden, sind Antworten auf die dringendsten Fragen unserer Zeit. Und die Gewissheit, dass es eine andere Geschichte für unsere Zukunft geben kann.

Am Montag, den 21.1. wird dann um 18:30 Uhr der Film „Unser Saatgut – Wir ernten, was wir säen“ („Seed“) gezeigt. Wenige Dinge auf unserer Erde sind so kostbar und lebensnotwendig wie Saatgut. Verehrt und geschätzt seit Beginn der Menschheit, sind die Samen unserer Kulturpflanzen die Quelle fast allen Lebens. Sie ernähren und heilen uns und liefern Rohstoffe für unseren Alltag. Doch diese wertvollste aller Ressourcen ist bedroht: Mehr als 90 Prozent aller Saatgutsorten sind bereits verschwunden. Biotech-Konzerne kontrollieren mit gentechnisch veränderten Pflanzen längst den globalen Saatgutmarkt. Daher kämpfen immer mehr passionierte Bauern, Wissenschaftler, Anwälte und indigene Saatgutbesitzer wie David gegen Goliath um die Zukunft der Sortenvielfalt.
Mit ihrem Dokumentarfilm „Unser Saatgut“ folgen Taggart Siegel und Jon Betz diesen leidenschaftlichen Saatgutwächtern, die unser 12.000 Jahre altes Nahrungsmittelerbe schützen wollen. Ohne es zu wissen, werden sie zu wahren Helden für die gesamte Menschheit, denn sie verbinden uns wieder mit dem ursprünglichen Reichtum unserer Kultur, die ohne die Saatgutvielfalt nicht bestehen kann.

Für die Filme kann man im Vorverkauf für 5,- Euro ab dem 15.1. Karten an der Kinokasse erwerben. An der Abendkasse sind dann die nicht verkauften Karten für 6,- Euro zu erhalten.

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