Die Gärtnerei im Winter

Die Gärtnerei im Winter
Grüner Winter: Grünkohl

Februar – draußen hat es nachts minus zehn Grad, in unseren Glashäusern sind es minus fünf. Alles ist von Schnee bedeckt, die Komposthaufen scheinen gefroren. Doch mit einer dicken Schicht Klamotten, Schaufeln und Mistgablen bewaffnet können wir die obere gefrorene Schicht des Komposthaufens entfernen. Darunter dampft es, denn die Mikroorganismen bekommen von der Kälte draußen gar nichts mit. Muckelige 60 Grad Plus erzeugen sie allein dadurch, dass sie das organische Material zersetzen. Wir sind dankbar uns ab und an die kalten Hände wärmen zu können und werden mit einem skurrilen Bild belohnt, als der Kompost verteilt ist: Das Beet dampft.

Felix verteilt Kompost. Im Frühjahr werden hier Zwiebeln und Knollensellerie wachsen.

Die Vielfalt der Organismen, wie Bakterien, Nematoden, Pilze, Kompostwürmer, Asseln und Protozoen, arbeiten gemeinsam daran das organische Material in fruchtbare Erde zu verwandeln. Dabei ergänzen sie sich perfekt. Während die einen nur kurzkettige Zucker aufspalten können, bevorzugen die anderen langkettige Moleküle. Manche arbeiten nur wenn Sauerstoff vorhanden ist (aerob), andere nur bei anaeroben Bedingungen. Einige stellen ihren Dienst bei hohen Temperaturen ein, wandern ab oder werden inaktiv und warten auf für sie bessere Bedingungen, andere laufen erst dann zu Hochtouren auf. Ein Komposthaufen ist voller Leben!

Gegen die Kälte schützen wir das Gemüse mit kleinen Tunneln.

Langanhaltende Minusgrade machen den meisten Pflanzen nichts aus. Sie lagern als natürliches Frostschutzmittel Zucker und Glycerin in ihre Zellen ein, weshalb das Gemüse im Winter auch besonders gut schmeckt. Selbst wenn die Blätter steif gefroren sind, können sie direkt nach dem Auftauen wieder mit der Photosynthese beginnen. Die Kälte schadet den Pflanzen nicht, problematisch ist der Wind. Er trocknet sie zu einer Zeit aus, in der sie nicht in der Lage sind Wasser aufzunehmen. Hält dieser Zustand zu lange an, vertrocknen die Pflanzen im vermeintlich feuchten Boden. Außerdem werden durch die spitzkantigen Eiskristalle Pflanzenzellen zerstört, wenn der Wind die Blätter hin und herbewegt. Die Blätter sind dann nach dem Auftauen “matschig”. Die kleinen Tunnel an der Gärtnerei schützen unser Gemüse also nicht nur vor der Kälte, sondern insbesondere vor dem Wind. Wir freuen uns schon auf eine leckere Spinaternte sobald es wärmer wird.

Postelein ist ein winterharter Schnittsalat.
Der Stangensellerie überwintert im Gewächshaus.
Grüner Winter: Grünkohl
Die Blätter des Knoblauchs haben durch die lange Kälteperiode gelitten.
Die ersten Radieschen keimen im Gewächshaus.

In der Jungpflanzenanzucht hat der Frühling bereits begonnen. Wir säen Lauch, Frühlingszwiebeln, Salat, Kohlrabi, Brokkoli, Spinat, Rucola, Mairübchen, Zuckererbsen, Fenchel, Zwiebeln und Chillis aus. Zum keimen und wachsen benötigen sie “warme Füße”. Unsere neue Wellness-Ecke lässt sich mit einem Thermostat auf die richtige Temperatur einstellen.

Kabel wärmen den Sand auf, welcher die Wärme…
…zu unseren Aussaaten und Keimlingen transportiert.

Wir freuen uns schon auf den Frühling und auf die ersten gemeinsamen Aktionen im Garten!

Liebe Grüße von euren Gärtner*innen,

Melle, Felix und Anja